Im Gespräch

Ausbildungsplätze sichern

Foto: Andreas Pleines

 

 

Anke Muth arbeitet beim Vorstand
im Ressort Bildungs- und Qualifizierungspolitik
und vertritt die IG Metall im Arbeitsausschuss
»Allianz für Aus- und Weiterbildung«.

»Betriebe sollten trotz Krise weiter ausbilden.«

Die Regierung will mit dem Bundesprogramm ­»Ausbildungsplätze sichern« Ausbildungsbetriebe in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation unterstützen. Kommt jetzt die sogenannte Azubiprämie?

Anke Muth: Sie kommt, aber mit Einschränkungen. Gesunde Betriebe brauchen keine Prämien. Wir haben uns als IG Metall für klare Regelungen stark gemacht, um Mitnahmeeffekte gering zu halten. Wir haben uns für die Förderung bei Vermeidung von Kurzarbeit, von Verbund- und Auftragsausbildung und bei Übernahme von Azubis aus insolventen Betrieben eingesetzt. In diesen Punkten sehen wir den Mehrwert des Förderprogramms.

Welche Ausbildungsbetriebe werden die Förderung beantragen können?

Muth: Für alle Eckpunkte gilt, dass nur kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bis 249 Beschäftigte eine Förderung beantragen dürfen. Für jede Art gibt es spezielle Regelungen. Ein Beispiel: Will ein Betrieb aus dem Topf »Vermeidung von Kurzarbeit während der Ausbildung« Geld beantragen, muss er nachweisen, dass ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb vorliegt. Wenn er dennoch weiter ausbildet, kann er für jeden Monat, in dem die 50 Prozent gelten, 75 Prozent der Bruttoausbildungsvergütung erstattet bekommen.

In wenigen Wochen startet das Ausbildungsjahr 2020/2021. Was können Betriebsräte tun?

Muth: Zum einen sich dafür starkmachen, dass der Betrieb trotz Krise weiter ausbildet. Sollte der Betrieb stark von Kurzarbeit betroffen sein, dann sollten sie ein Augenmerk auf die ordnungsgemäße Durchführung der Ausbildung haben. Statt Kurzarbeit bei Azubis bieten sich andere Lösungen an. Die Betriebsräte sollten darüber hinaus prüfen, ob das Förderprogramm eine passende Unterstützung für ihr KMU enthält. Das dicke Ende kommt sonst, wenn die Krise vorbei ist und den Unternehmen auffällt, dass sie gar nicht genug ausgebildete Fachkräfte haben.

Wie geht es jetzt weiter?

Muth: Aktuell arbeiten die Ministerien mit Hochdruck daran, die Förderrichtlinie für das Programm zu erstellen. Da bleiben wir dran. Ihr erfahrt rechtzeitig, wenn es etwas Neues gibt.

wap.igmetall.de

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